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Marie-Luise Wolff: Ende der Anbetung von Digitalisierung (Gesellschaft)

verfasst von wmeyer(R), 07.09.2020, 22:10

Hallo,

ich bin am Wochenende im Radio auf ein Buch aufmerksam gemacht worden, dem ich einen großen Kreis von Leserinnen und Lesern wünsche. Das Werk selbst kenne ich noch nicht, aber das Gespräch darüber hat bei mir viel Resonanz erzeugt.

Marie-Luise Wolff
„Die Anbetung: Über eine Superideologie namens Digitalisierung“
Westend Verlag, 2020
272 Seiten, 22 Euro

Hier ein paar Auszüge aus den Gedanken von Marie-Luise Wolff im Radiogespräch:

"Vor zehn Jahren, als man (ich) zum ersten Mal von digitalen Unternehmen gehört habe, habe ich gedacht, das ist ja was tolles Neues, musst du dir mal angucken.

Dann habe ich sehr viele Reisen gemacht und habe dabei eher festgestellt, dass es um ein reines Vermittlungsgeschäft geht, wo Risiken auf andere Teilnehmer an der Wertschöpfungskette – Sie haben Beispiel Uber genannt – gedrückt werden, auf Fahrer. Es gibt Unternehmen, die machen Übernachtungen, ohne ein Bett zu besitzen oder gar ein Hotel. Es gibt Informationsdienste, die keine Journalisten beschäftigen. Es gibt Internetverlage, die keine Autoren bezahlen, Musikunternehmen ohne Künstler, Essensunternehmen ohne Küche und ohne Geschirr und so weiter, und man fragt sich: Was ist das eigentlich?"

"Ich erlebe das Thema Digitalisierung als Managerin in den letzten zehn Jahren als Superideologie. Ich merke, dass wenn das Wort fällt, sofort die Augen groß werden, die Hoffnungen groß, die Erwartungen groß. Wir hoffen auf ein größeres Geschäft, auf eine moderne Gesellschaft, auf Innovationssprünge, die sich sozusagen von selbst ereignen. Ich empfinde das wie einen Schleier, der sich vor die Augen legt, denn von selbst wird schon gar nichts besser, und das Digitale halte ich nicht für immer den besseren Weg. Ich werbe in meinem Buch ja in einigen Aspekten für eine Renaissance des Analogen – sowohl für die Wirtschaft als auch für das private Leben und unseren Alltag."

"Ich würde Fortschritt definieren als Problemlösung für große Probleme und Herausforderungen unserer Welt heute, und von denen haben wir genug. [...] Es gibt so viele Themen, um die sich Politik und Wirtschaft kümmern müssten, und ich sehe mehr und mehr Unternehmen, die sich eher, ich nenne das so, digitalem Spielzeug widmen." (deutschlandfunkkultur.de)


Das Gespräch ist/war Teil folgender Sendung:

Sa, 05.09.2020, 11:05 - 12:00 Uhr, Deutschlandfunk Kultur
- Lesart: Das politische Buch

Hier das ganze Gespräch zum Nachlesen/-hören bzw. Runterladen:

https://www.deutschlandfunkkultur.d...0.de.html?dram:article_id=483594

https://ondemand-mp3.dradio.de/file...r_drk_20200905_1119_126ac8e7.mp3 (13 min, mp3-Datei)

Eine Leseprobe des Buches gibt's hier.

Wen die ganze Sendung interessiert (netto 35 min):
https://ondemand-mp3.dradio.de/file...e_drk_20200905_1105_0266cd50.mp3

Viel Anregung, Erkenntnis und Motivation
wünscht Wolfgang

---
Schreibe nichts der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.
(Hanlons Rasiermesser)

In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
(Robert Green Ingersoll)

 

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